Zum Inhalt springen

Zelt kaufen: worauf achten

Von Tibor Marton, aktualisiert am

Ein Zelt ist die zentrale Anschaffung für den Campingurlaub. Die Auswahl ist groß, und die Produktbeschreibungen verwenden viele Fachbegriffe. Dieser Ratgeber erklärt, welche Merkmale wirklich zählen und welche Fragen Sie vor dem Kauf für sich beantworten sollten.

Erst den Einsatzzweck klären

Bevor Sie Modelle vergleichen, lohnt ein ehrlicher Blick auf die geplanten Reisen. Ein Zelt für Radtouren muss leicht und klein verpackbar sein. Ein Familienzelt für zwei Wochen am selben Platz darf dagegen schwer sein, soll aber Stehhöhe, getrennte Schlafkabinen und einen geräumigen Vorraum bieten.

  • Wie viele Personen schlafen im Zelt?
  • Transportieren Sie es im Auto, auf dem Fahrrad oder im Rucksack?
  • Bleiben Sie meist länger an einem Ort oder bauen Sie täglich neu auf?
  • In welcher Jahreszeit und in welchen Regionen wollen Sie campen?

Bauformen im Vergleich

  • Kuppelzelt: Gekreuzte Stangen bilden eine selbsttragende Form. Es lässt sich vor dem Abspannen noch verschieben und ist meist einfach aufzubauen.
  • Tunnelzelt: Parallele Bögen ergeben viel nutzbaren Raum im Verhältnis zum Gewicht. Es steht erst, wenn es richtig abgespannt ist, und sollte mit der schmalen Seite in den Wind gestellt werden.
  • Geodätisches Zelt: Mehrere sich kreuzende Stangen machen es besonders stabil bei Wind. Der Aufbau ist etwas aufwendiger.
  • Luftzelt: Aufblasbare Schläuche ersetzen das Gestänge. Der Aufbau geht schnell, das Packmaß ist aber oft groß und das Gewicht hoch.
  • Wurfzelt: Das Gestänge ist fest eingenäht, das Zelt entfaltet sich fast von selbst. Praktisch für kurze Aufenthalte, beim Zusammenlegen braucht es Übung.

Größe und Personenangabe

Die Personenangabe der Hersteller bezieht sich in der Regel auf die reine Liegefläche. Gepäck, Schuhe und nasse Kleidung sind darin nicht eingerechnet. Viele Camper wählen deshalb ein Zelt mit einer Person mehr als nötig.

Achten Sie auch auf die Innenhöhe, die Länge der Schlafkabine und die Größe der Apsis oder des Vorraums. Wer größer ist, sollte die angegebene Innenlänge mit der eigenen Körpergröße plus Schlafsack vergleichen.

Material, Wassersäule und Belüftung

Außenzelte bestehen meist aus Polyester, Nylon oder Baumwoll-Mischgewebe. Polyester dehnt sich bei Nässe kaum und ist verbreitet bei Familienzelten. Nylon ist leicht und reißfest, dehnt sich aber bei Feuchtigkeit etwas, sodass Abspannleinen nachgespannt werden müssen. Baumwoll-Mischgewebe ist atmungsaktiv und angenehm im Klima, dafür schwerer und muss vor dem Einlagern vollständig trocknen.

Die Wassersäule, angegeben in Millimetern, beschreibt, wie viel Wasserdruck ein Gewebe aushält, bevor Wasser durchdringt. Für den Zeltboden sollte der Wert höher liegen als für das Außenzelt, weil beim Knien und Liegen punktuell Druck entsteht. Vergleichen Sie Werte nur innerhalb vergleichbarer Messangaben und beachten Sie, dass auch Nähte getapt oder versiegelt sein müssen.

Kondenswasser entsteht in jedem Zelt, weil Menschen beim Atmen Feuchtigkeit abgeben. Gute Belüftungsöffnungen, die sich auch bei Regen offen lassen, reduzieren das spürbar.

Gewicht, Packmaß und Aufbau

Das Gewicht ist vor allem beim Rad- und Rucksackcamping wichtig. Achten Sie darauf, ob die Angabe das Mindestgewicht ohne Heringe und Leinen oder das Gesamtgewicht meint.

Prüfen Sie, ob Innen- und Außenzelt gemeinsam aufgebaut werden können. Das hält das Innenzelt bei Regen trocken. Farbmarkierungen an Stangen und Kanälen erleichtern den Aufbau erheblich.

Die mitgelieferten Heringe passen nicht zu jedem Untergrund. Für harten oder steinigen Boden sind stabilere Heringe sinnvoll, für Sand längere oder breitere.

Pflege und Lagerung

Ein gut gepflegtes Zelt hält viele Jahre. Die wichtigste Regel: Packen Sie ein nasses Zelt zu Hause so bald wie möglich wieder aus und lassen Sie es vollständig trocknen. Feucht eingelagerte Zelte bekommen schnell Stockflecken und können muffig riechen, besonders bei Baumwoll-Mischgewebe.

  • Schmutz nach dem Trocknen ausbürsten, bei Bedarf nur mit klarem Wasser und einem weichen Schwamm reinigen.
  • Reißverschlüsse sauber halten und nicht mit Gewalt schließen.
  • Gestänge auf Risse und gelöste Gummizüge prüfen.
  • Das Zelt locker, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Imprägnierung nach Herstellerangaben auffrischen, wenn Wasser nicht mehr abperlt.

Im Laden prüfen oder online bestellen

Ein aufgebautes Ausstellungszelt zeigt Ihnen Höhe, Raumgefühl und Verarbeitung besser als jedes Foto. Online finden Sie oft eine größere Auswahl. Welche Vor- und Nachteile beide Wege haben, lesen Sie im Ratgeber Campingausrüstung online oder im Laden kaufen.

Händler mit Zeltsortiment finden Sie auf der Seite Zelte und Schlafen und über die Händlersuche.