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Campingküche: Geschirr, Küchenbox und Wasserkanister

Von Tibor Marton, aktualisiert am

Eine gute Campingküche besteht aus einem Kocher, einem Topf mit Deckel, einer Pfanne, bruchfestem Geschirr, einem Wasserkanister und einer Möglichkeit zum Spülen. Vieles davon haben Sie bereits zu Hause, anschaffen müssen Sie meist nur Kocher, Kanister und leichtes Geschirr.

Dieser Ratgeber sortiert die Ausstattung nach Aufgaben, erklärt, worauf Sie bei Material und Wasser achten sollten, und zeigt, wie eine Küchenbox das Ein- und Auspacken beschleunigt.

Die Grundausstattung als Liste

Die folgende Liste deckt die meisten Gerichte für zwei bis vier Personen ab. Streichen Sie, was Sie nicht brauchen, und nehmen Sie lieber einen Topf weniger mit als zu viel.

  • Kocher mit passendem Brennstoff, Feuerzeug oder Stabfeuerzeug als Reserve
  • Topf mit Deckel, bei Familien zwei Töpfe unterschiedlicher Größe
  • Pfanne, gern mit abnehmbarem Griff für kleines Packmaß
  • Wasserkessel oder ein Topf, der als Kessel dient
  • Schneidebrett, scharfes Messer mit Schutzhülle, Kochlöffel, Pfannenwender
  • Dosenöffner, Flaschenöffner, Korkenzieher
  • Teller, Schüsseln, Becher und Besteck für jede Person
  • Frischhaltedosen, Beutelclips, Alufolie
  • Kühlbox oder Kühltasche mit Kühlakkus
  • Wasserkanister mit Zapfhahn
  • Spülschüssel, Spülmittel, Schwamm, Geschirrtücher
  • Müllbeutel, Küchenrolle

Welche Kochertypen es gibt und welche Kartusche passt, erklärt der Ratgeber Campingkocher: Kartusche, Gasflasche oder elektrisch?.

Geschirr: Material und Melamin

Campinggeschirr soll bruchfest, leicht und leicht zu reinigen sein. Verbreitet sind Kunststoff, Emaille, Edelstahl und Bambus-Verbundstoffe. Jedes Material hat eigene Stärken:

  • Emaille: robust und hitzebeständig, klassisch beim Camping. Bei Stößen kann die Beschichtung abplatzen.
  • Edelstahl: nahezu unverwüstlich, leitet aber Wärme, sodass Becher mit heißem Inhalt außen heiß werden.
  • Kunststoff ohne Melamin, etwa aus Polypropylen: leicht und günstig, oft stapelbar.
  • Melamingeschirr: bruchfest und hübsch, aber nicht für heiße Speisen und Getränke gedacht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass beim Einfüllen heißer, flüssiger Lebensmittel wie Kaffee oder Suppe in Geschirr aus Melaminharz teilweise hohe Mengen an Melamin oder Formaldehyd freigesetzt werden können. Wer morgens Kaffee und abends Suppe aus demselben Becher essen möchte, greift deshalb besser zu Emaille, Edelstahl oder einem ausdrücklich hitzebeständigen Kunststoff. Achten Sie in der Produktbeschreibung auf die Materialangabe.

Töpfe und Pfannen für den Kocher

Nicht jeder Topf passt auf jeden Kocher. Kleine Aufschraubkocher tragen nur leichte Töpfe mit kleinem Durchmesser, Zweiflammkocher dagegen auch Pfannen in Haushaltsgröße. Prüfen Sie die Topfauflage und die Herstellerangaben zu Topfgröße und Gewicht.

  • Ineinander stapelbare Topfsets sparen Platz im Staufach.
  • Abnehmbare Griffe verkleinern das Packmaß, sollten aber fest einrasten.
  • Eine Antihaftbeschichtung erleichtert das Spülen mit wenig Wasser.
  • Für Induktionsplatten brauchen Sie Kochgeschirr mit magnetischem Boden.

Küchenbox: alles an einem Ort

Eine Küchenbox ist eine Kiste oder ein kleiner Schrank, in dem die komplette Küche wohnt. Sie packen sie einmal, prüfen nach jeder Reise den Inhalt und müssen vor der Abfahrt nicht mehr jeden Kochlöffel einzeln suchen.

  • Einfach: stabile Kunststoffkiste mit Deckel, innen mit Beuteln oder Dosen sortiert.
  • Komfortabel: Küchenbox mit Fächern, Schubladen und aufklappbarer Arbeitsfläche, teilweise mit Platz für den Kocher.
  • Ergänzend: Hängeorganizer oder Utensilientasche für Besteck und Kleinteile.

Legen Sie eine Inhaltsliste in den Deckel und füllen Sie Verbrauchsmaterial wie Spülmittel, Salz oder Feuerzeug nach der Rückkehr gleich wieder auf. Wer die Küche auf einem Tisch aufbaut, findet im Ratgeber Campingstuhl und Campingtisch Hinweise zu standfesten Tischen.

Wasser: Kanister, Hahn und Hygiene

Ein Wasserkanister mit Zapfhahn spart viele Wege zur Wasserstelle. Achten Sie darauf, dass der Kanister für Trinkwasser geeignet ist, und wählen Sie die Größe so, dass Sie ihn gefüllt noch tragen können.

  • Kanister mit weiter Öffnung lassen sich besser reinigen und trocknen.
  • Faltkanister sparen leer Platz, stehen gefüllt aber weniger stabil.
  • Ein Hahn am unteren Rand erlaubt das Zapfen ohne Kippen.
  • Kanister im Schatten aufstellen und das Wasser regelmäßig erneuern.
  • Nach der Reise leeren, ausspülen und offen trocknen lassen.

Händler mit Kanistern, Schläuchen und Zubehör rund um Wasser finden Sie unter Sanitär und Wasser. Geschirr spülen Sie auf den meisten Plätzen an den dafür vorgesehenen Spülbecken, nicht an den Waschbecken der Sanitärgebäude. Die Platzordnung sagt, was gilt.

Kühlen ohne Kühlschrank

Für ein Wochenende reicht oft eine gut isolierte Kühlbox mit Kühlakkus, die Sie vorher zu Hause im Gefrierfach durchkühlen. Für längere Reisen kommt eine elektrische Kühlbox in Frage, die über den Zigarettenanzünder im Auto oder über den Stromanschluss am Platz betrieben wird.

Stellen Sie die Kühlbox in den Schatten, öffnen Sie sie so selten wie möglich und packen Sie empfindliche Lebensmittel nach unten zu den Kühlakkus. Wie Sie elektrische Geräte am Platz sicher anschließen, steht im Ratgeber Stromversorgung auf dem Campingplatz.

Kaffee und Frühstück ohne Strom

Für Kaffee auf dem Kocher gibt es mehrere Wege, die ohne Strom auskommen: Espressokocher für die Herdplatte, Handfilter mit Filterpapier, French Press oder Perkolator. Achten Sie beim Espressokocher darauf, dass er sicher auf der Topfauflage steht. Bei Kochern mit kleiner Auflage ist ein Handfilter oft die stabilere Wahl.

Wer Strom am Platz hat, kann auch eine kleine Kaffeemaschine betreiben. Rechnen Sie aber mit der Leistung: Geräte mit Heizfunktion lassen die Sicherung der Stromsäule schnell auslösen, wenn gleichzeitig ein Wasserkocher läuft.

Wo Sie Küchenausstattung kaufen

Kocher, Geschirr und Kanister gibt es bei Campingfachhändlern ebenso wie bei Outdoor-Ketten. Einen Überblick über alle Händler mit Küchensortiment gibt die Seite Kochen. Beispiele aus unserem Verzeichnis sind Camping Wagner und Frankana als Versender mit Campingschwerpunkt, Berger Camping mit Filialen und Onlineshop sowie Decathlon.

Geschirr und Topfsets können Sie gut online bestellen, weil Maße und Material eindeutig sind. Küchenboxen und Kocher sehen Sie sich besser im Laden an, um Stabilität und Handhabung zu prüfen.

Ihr nächster Schritt: Legen Sie die Liste oben neben Ihre Küchenschränke und markieren Sie, was Sie schon besitzen. Was übrig bleibt, ist Ihre Einkaufsliste für die Campingküche.

Häufige Fragen

Welche Küchenutensilien braucht man beim Camping?

Kocher mit Brennstoff, Topf mit Deckel, Pfanne, Messer, Schneidebrett, Kochlöffel, Geschirr und Besteck für jede Person, einen Wasserkanister, eine Spülschüssel und Müllbeutel. Dazu kommt eine Kühlbox. Vieles davon können Sie aus der eigenen Küche mitnehmen.

Ist Melamingeschirr beim Camping unbedenklich?

Für kalte und lauwarme Speisen ist es verbreitet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist aber darauf hin, dass beim Einfüllen heißer Flüssigkeiten wie Kaffee oder Suppe teilweise hohe Mengen Melamin oder Formaldehyd freigesetzt werden können. Für Heißes eignen sich Emaille, Edelstahl oder ausdrücklich hitzebeständiger Kunststoff besser.

Welcher Wasserkanister ist fürs Camping geeignet?

Einer, der für Trinkwasser geeignet ist, einen Zapfhahn am unteren Rand hat und sich gefüllt noch gut tragen lässt. Eine weite Öffnung erleichtert Reinigung und Trocknung. Faltkanister sparen Platz, stehen gefüllt aber weniger stabil.

Wie mache ich beim Camping Kaffee ohne Strom?

Mit Espressokocher, Handfilter, French Press oder Perkolator auf dem Gaskocher. Achten Sie darauf, dass das Gerät sicher auf der Topfauflage steht. Bei kleinen Kochern ist ein Handfilter mit Wasserkessel oft die stabilste Lösung.

Was ist eine Küchenbox und lohnt sie sich?

Eine Küchenbox ist eine Kiste oder ein kleiner Schrank, in dem die gesamte Campingküche verstaut ist. Sie lohnt sich für alle, die regelmäßig campen, weil das Packen schneller geht und nichts vergessen wird. Für den Anfang reicht eine stabile Kunststoffkiste mit Deckel.