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Campingkocher: Kartusche, Gasflasche oder elektrisch?

Von Tibor Marton, aktualisiert am

Für die meisten Campingurlaube mit Auto und Zelt reicht ein Gaskocher mit Kartusche, wer länger an einem Ort bleibt oder für mehrere Personen kocht, ist mit einem Zweiflammkocher an der Gasflasche meist besser bedient. Welche Kartusche passt, entscheidet allein der Anschluss Ihres Kochers, nicht die Marke auf der Kartusche.

Dieser Ratgeber stellt die gängigen Kochertypen vor, erklärt die Kartuschensysteme und fasst zusammen, was beim sicheren Umgang mit Gas gilt. Er ersetzt keine Bedienungsanleitung: Maßgeblich sind immer die Angaben des Herstellers Ihres Geräts.

Welcher Kocher für welche Reise

Bevor Sie sich für einen Brennstoff entscheiden, lohnt ein Blick darauf, wie Sie reisen und kochen. Vier Varianten sind beim Camping verbreitet:

  • Kartuschenkocher: klein, schnell aufgebaut, ideal für Wochenenden, Rad- und Rucksacktouren. Die Kartusche wird aufgeschraubt, aufgesteckt oder bei älteren Systemen angestochen.
  • Tischkocher im Koffer: ein Brenner mit eigener, länglicher Kartusche, standfest auf dem Campingtisch. Praktisch für Einsteiger mit dem Auto.
  • Zweiflammkocher an der Gasflasche: zwei Kochstellen, oft mit Windschutz, angeschlossen über Schlauch und Druckregler. Sinnvoll für Familien und längere Aufenthalte.
  • Spiritus- oder Festbrennstoffkocher: robust und ohne Druckbehälter, aber langsamer und schwerer zu regulieren.
  • Elektrische Kochplatte oder Induktionsplatte: nur dort, wo Sie Landstrom haben und die Absicherung der Stromsäule die Leistung hergibt.

Für Zeltcamper mit Auto ist ein Tischkocher oder ein Zweiflammkocher oft die bequemste Wahl, für Touren mit Gepäck am Rad oder auf dem Rücken ein kleiner Aufschraubkocher.

Welche Kartusche passt zu meinem Kocher?

Kartuschen unterscheiden sich vor allem im Anschluss. Der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) unterscheidet in seinen Verbrauchertipps zwischen Schraub- oder Ventilkartuschen und Kartuschen mit Stechventil. Dazu kommen herstellereigene Steck- und Klicksysteme sowie die länglichen Kartuschen für Tischkocher.

  • Schraub- oder Ventilkartuschen: Sie haben ein Gewinde mit Ventil und lassen sich vom Kocher abschrauben, auch wenn noch Gas darin ist.
  • Kartuschen mit Stechventil: Sie werden beim Einsetzen angestochen und bleiben mit dem Gerät verbunden, bis sie leer sind.
  • Steck- und Klickkartuschen: Sie passen nur in Geräte mit dem jeweiligen System.
  • Längliche Kartuschen für Tischkocher: Sie werden seitlich in den Kocher eingelegt.

Laut DVFG sind Kartuschen mit 100 Gramm, 230 Gramm als Standardgröße und 450 Gramm als XL-Größe verbreitet. Welche Kartusche Ihr Gerät zulässt, steht in der Bedienungsanleitung und meist auf dem Typenschild. Adapter zwischen Systemen gibt es, sie sollten aber nur verwendet werden, wenn der Hersteller des Kochers das erlaubt.

Achten Sie auch auf die Füllung. Reines Butan verdampft bei niedrigen Temperaturen schlecht, sodass der Kocher an kalten Morgen schwächer brennt. Kartuschen mit Gasgemischen sind dafür besser geeignet. Mehr zu Propan und Butan steht im Ratgeber Gasflaschen beim Camping.

Wie lange hält eine Kartusche?

Eine feste Brenndauer lässt sich nicht nennen, weil Wind, Außentemperatur, Topfgröße und Flammenstellung den Verbrauch stark beeinflussen. Der DVFG nennt als grobe Orientierung für zwei Personen etwa 10 Gramm Gas für Kaffee- oder Teewasser, etwa 20 Gramm für Rührei und etwa 50 Gramm für eine Portion Nudeln mit Soße.

Daraus lässt sich der eigene Bedarf abschätzen: Wer morgens Wasser kocht und abends ein warmes Gericht zubereitet, kommt mit einer 230-Gramm-Kartusche einige Tage aus. Nehmen Sie trotzdem immer eine Reserve mit, denn nicht jeder Campingplatz verkauft jedes Kartuschensystem.

  • Mit Deckel kochen und einen Windschutz verwenden, der für Ihren Kocher geeignet ist.
  • Die Flamme nicht über den Topfboden hinaus brennen lassen.
  • Kartuschen an kalten Tagen nicht über Nacht draußen liegen lassen, sondern geschützt aufbewahren, aber nie im Zelt erwärmen.

Gaskocher nie im Zelt

Kochen Sie deshalb im Freien, bei Regen unter einem offenen Tarp oder Sonnensegel mit ausreichend Abstand zum Stoff. Ein geschlossenes Vorzelt ist kein Ersatz für den Platz unter freiem Himmel. Wohnwagen und Wohnmobile mit fest eingebauter, geprüfter Gasanlage sind ein eigenes Thema, das im Ratgeber Gasprüfung und Sicherheit auf profi-camping.de behandelt wird.

  • Kocher auf eine ebene, feste und nicht brennbare Unterlage stellen.
  • Abstand zu Zeltwänden, Markisen und Gasflaschen halten.
  • Kartuschen nur im Freien und ohne Zündquellen in der Nähe wechseln.
  • Kinder vom Kochbereich fernhalten und den Kocher nie unbeaufsichtigt lassen.

Kocher an die Gasflasche anschließen

Viele Zweiflammkocher und manche Einzelbrenner sind für den Betrieb an einer Gasflasche gebaut. Dafür brauchen Sie einen Druckregler, der zum Betriebsdruck des Kochers passt, und einen für Flüssiggas zugelassenen Schlauch. Der vorgesehene Druck steht auf dem Typenschild oder in der Anleitung des Kochers.

Einen Kartuschenkocher mit Bastellösungen an eine Flasche anzuschließen, ist keine gute Idee. Nutzen Sie nur Adapter und Regler, die der Hersteller für Ihr Gerät vorsieht, und prüfen Sie Verbindungen nach dem Anschluss mit Lecksuchspray. Im Zweifel hilft ein Fachhändler mit Gas-Sortiment, zu finden unter Gas.

Welche Flaschengröße für Ihre Reise sinnvoll ist und wie Tausch und Transport funktionieren, erklärt der Ratgeber Gasflaschen beim Camping.

Spiritus, Festbrennstoff und Strom als Alternativen

Spirituskocher kommen ohne Druckbehälter aus und sind wenig störanfällig. Die Flamme ist bei Tageslicht kaum zu sehen. Füllen Sie Spiritus deshalb nur nach, wenn der Brenner vollständig erloschen und abgekühlt ist, und bewahren Sie die Flasche mit Abstand zum Kochplatz auf.

Elektrisch kochen lohnt sich vor allem auf Plätzen mit Stromanschluss an der Parzelle. Eine Induktionsplatte braucht dafür geeignetes Kochgeschirr mit magnetischem Boden. Prüfen Sie vorher, wie hoch die Stromsäule abgesichert ist, denn Kochplatten ziehen viel Leistung. Hinweise dazu finden Sie im Ratgeber Stromversorgung auf dem Campingplatz.

Kartuschen lagern, transportieren und entsorgen

Der DVFG rät, Kartuschen vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen und nicht über 50 Grad zu lagern. Unterwegs eignet sich ein schattiger Platz im Freien, etwa abgedeckt vor dem Zelt. Hinter der Heckscheibe im Auto ist kein geeigneter Ort. Schraub- oder Ventilkartuschen sollten vor der Autofahrt vom Gerät getrennt werden. Im Flugzeug sind Gaskartuschen laut DVFG weder im Hand- noch im Aufgabegepäck erlaubt.

Vollständig leere Kartuschen gehören nach Angaben des DVFG in die Wertstofftonne oder den Gelben Sack. Ist noch Gas darin, sind Wertstoffhof oder Schadstoffmobil die richtige Adresse. Die Regeln Ihrer Gemeinde gehen vor, im Zweifel fragen Sie beim örtlichen Entsorger nach.

Wo Sie Kocher und Kartuschen kaufen

Kocher probieren Sie am besten im Laden aus: Standfestigkeit, Topfauflage und die Regelbarkeit der Flamme lassen sich dort gut prüfen. Kartuschen und Ersatzteile bestellen Sie später gezielt nach, sobald Sie das System kennen.

Kocher und Zubehör führen zum Beispiel Berger Camping mit Filialen und Onlineshop, Decathlon und Globetrotter mit Outdoor-Schwerpunkt sowie der Versender Camping Wagner. Alle Händler mit diesem Sortiment finden Sie unter Kochen.

Ihr nächster Schritt: Sehen Sie auf dem Typenschild Ihres Kochers nach, welches Kartuschensystem er braucht, und notieren Sie es. Mit dieser Angabe finden Sie im Laden wie online sicher die passende Kartusche.

Häufige Fragen

Welche Kartusche passt in meinen Campingkocher?

Das entscheidet der Anschluss des Kochers: Schraub- oder Ventilkartusche, Kartusche mit Stechventil, ein Steck- oder Klicksystem oder die längliche Kartusche für Tischkocher. Die zulässige Kartusche steht in der Bedienungsanleitung und meist auf dem Typenschild. Adapter nur verwenden, wenn der Hersteller sie erlaubt.

Wie lange hält eine Gaskartusche?

Das hängt von Wind, Temperatur, Topf und Flammenstellung ab. Der DVFG nennt als Orientierung für zwei Personen etwa 10 Gramm für Kaffeewasser, 20 Gramm für Rührei und 50 Gramm für Nudeln mit Soße. Eine 230-Gramm-Kartusche reicht damit für einige Tage einfacher Campingküche, eine Reserve gehört trotzdem ins Gepäck.

Kann man einen Gaskocher im Zelt benutzen?

Nein. Die Initiative „CO macht KO“ warnt davor, Camping-Gaskocher oder Gasheizungen in geschlossenen Räumen oder im Zelt zu betreiben, weil Kohlenmonoxid entstehen kann, das man weder riecht noch sieht. Hinzu kommt Brandgefahr. Kochen Sie im Freien, bei Regen unter einem offenen Tarp mit Abstand zum Stoff.

Kann ich einen Gaskocher an eine Gasflasche anschließen?

Ja, wenn der Kocher dafür gebaut ist. Sie brauchen dann einen Druckregler passend zum Betriebsdruck auf dem Typenschild und einen für Flüssiggas zugelassenen Schlauch. Kartuschenkocher sollten nicht mit selbst zusammengestellten Adaptern an Flaschen betrieben werden.

Was ist besser: Gaskocher oder Spirituskocher?

Gaskocher sind schneller heiß und gut regulierbar, brauchen aber das passende Kartuschen- oder Flaschensystem. Spirituskocher sind einfach und robust, kochen jedoch langsamer, und die Flamme ist bei Tageslicht kaum sichtbar. Für Zeltcamper mit Auto ist Gas meist bequemer.

Wo entsorge ich leere Gaskartuschen?

Laut DVFG gehören vollständig leere Kartuschen in die Wertstofftonne oder den Gelben Sack. Kartuschen mit Restgas bringen Sie zum Wertstoffhof oder Schadstoffmobil. Maßgeblich sind die Regeln Ihrer Gemeinde.